Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein wesentliches Instrument der Energieeffizienzpolitik der Bundesregierung und legt die energetischen Anforderungen an Gebäude fest. Die aktuelle Fassung der EnEV ist seit dem 1. Mai 2014 gültig. Ihre Vorgaben beziehen sich vor allem auf die Heizungs- und Klimatechnik sowie auf den Wärmedämmstandard des Gebäudes. Die energetische Qualität eines Gebäudes wird durch die Festlegung des sogenannten Primärenergiebedarfs reguliert, ausgedrückt in der Maßeinheit Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m² x a). Je niedriger der Wert, desto weniger Energie wird für Heizung und Klimaanlage verbraucht. Der Primärenergiebedarf berücksichtigt neben dem Endenergiebedarf für Heizung und Warmwasser auch die Verluste, die von der Gewinnung des Energieträgers an seiner Quelle über Aufbereitung und Transport bis zum Gebäude und der Verteilung, Speicherung im Gebäude anfallen.

Die Wärmedämmung eines Gebäudes wird durch den sogenannten Wärmedurchgangs- koeffizienten, auch „U-Wert“, in den Maßeinheit Watt pro Quadratmeter mal Kelvin (W/m2 x K) ausgedrückt. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist die Dämmung des Bauteils (Wand, Fenster, Dach etc.). Die einzelnen Teile der Hüllfläche eines beheizten Gebäudes, durch die Wärme durch Wärmeleitung nach außen entweicht, sind nach der EnEV wie folgt reguliert:

Bauteile und ihre maxmimalen U-Werte

  • Außenwände (gegen Außenluft oder Erdreich): 0,24 W/m2 x K
  • Fenster: 1,3 W/m2 x K
  • Dach: 0,24 W/m2 x K
  • Flachdach: 0,20 W/m2 x K
  • Oberste Geschossdecke gegen unbeheizte Räume: 0,24 W/m2 x K
  • Kellerdecke gegen unbeheizte Kellerräume bzw. Bodenplatte: 0,30 W/m2 x K
  • Geschossdecke gegen Außenluft nach unten (zum Beispiel bei Durchfahrten): 0,24 W/m2 x K
  • Außentüren:1,8 W/m2 x K

Eine weitere wichtige Kenngrößen der EnEV ist der sogenannten Transmissionswärmeverlust (W/(m2•K). Er entspricht dem durchschnittlichen U-Wert der Gebäude-Hüllfläche und ist deshalb ein Gebäudekennwert, der die durchschnittliche Dämmgüte der Hüllfläche angibt. Der Transmissionswärmeverlust eines Elements der Hüllfläche (Bauteil der Hüllfläche) hängt ab vom Wärmedurchgangskoeffizient (=U-Wert des Elements) und der Größe seiner Fläche.

Die Vorschriften für neu errichtete und bestehende Wohnhäuser sind durch die aktuelle Novellierung in vielen Punkten verschärft worden. Bei Neubauten sind die Anforderungen an die Effizienzstandards um durchschnittlich 25 Prozent (Primärenergiebedarf) bzw. ca. 20 Prozent (Wärmedämmung der Gebäudehülle) angehoben worden. Diese erhöhten Anforderungen gelten allerdings erst ab 2016. Für Altbauten gibt es vor allem drei Änderungen. Bis Ende des Jahres müssen Heizkessel außer Betrieb genommen werden, die älter als 30 Jahre sind, also vor dem Jahr 1985 installiert wurden und zudem Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen gedämmt werden. Die bereits bestehende, nachträgliche Dämmpflicht von obersten Geschossdecken wird zudem klarer definiert: Ein U-Wert von 0,24 W/m2 x K ist künftig einzuhalten. Eine weitere wichtige Änderung: Bei Verkauf oder Vermietung von Bestandsbauten muss den Interessenten künftig der Energieausweis ohne Aufforderung vorgelegt werden. Auch in Immobilienanzeigen sind die Angaben jetzt Pflicht. Ob die Vorschriften auch eingehalten werden, soll zukünftig im Rahmen eines Stichprobenkontrollsystems überprüft werden.

Achten Sie darauf, dass mit der EnEV 2014 Registriernummern für die Ausstellung von Energieausweisen erforderlich sind und fragen Sie bei Ihrem Energieberater danach.

Die EnEV zum Download